A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

Film und Diskussion – 10.12., 19 Uhr, Hörsaal 3, Uni Bonn Hauptgebäude

In der iranischen Geisterstadt Bad City gehen seltsame Dinge vor. Hier tummeln sich die Erschöpften und Verbrauchten, Gesetzlose und ihre Opfer, die Wände schwitzen Verbrechen aus ihren Poren. Doch kaum einer, der hier lebt, ahnt, dass in dieser Stadt auch ein stiller Vampir umgeht, ein Vampir auf Rädern. So geht es auch dem jungen, attraktiven Arash. Um die Schulden seines Vaters zu begleichen, muss er seinen geliebten Ford Thunderbird an den verschlagenen Dealer Saeed abtreten. Wütend auf alles und jeden, streift er durch die Straßen und begegnet einem Mädchen, das rätselhaft anziehend ist. Schon bald entdeckt Arash ihr Geheimnis: sie ist ein Vampir. Verhüllt in einen Tschador durchstreift sie Nacht für Nacht die Stadt auf ihrem Skateboard und erleichtert Bad City um so manches widerliche Subjekt. Arash und das namenlose Vampir-Mädchen freunden sich langsam an. Und eine zarte Liebesgeschichte entsteht an einem Ort, an dem eigentlich kein Platz dafür ist.

Tonspur: Der Film wird mit Originaltonspur und Untertiteln gezeigt.

Quelle: http://www.agirlwalkshome-film.de/

HATE SPEECH

Vortrag – 30.10., 19 Uhr, Hörsaal 17, Uni Bonn Hauptgebäude – Mit Jasna Strick

Feministischer Aktivismus und antifeministische Gewalt im Netz

Revolutionen starten heutzutage im Internet – Thesen werden nicht mehr an Kirchentüren genagelt, sondern in Blogs geschrieben. Aus feministischer und genderpolitischer Sicht wurde dies in Deutschland erstmals 2013 durch den mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten Hashtag #aufschrei sichtbar. Zum ersten Mal startete im deutschsprachigen Raum eine politische Debatte in sozialen Netzwerken und fand den Weg in klassische Medien, wo sie sich viele Wochen hielt.

** Vor dem Vortrag findet die Vollvesammlung des Referats für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit statt **

DIE ROSA-HELLBLAU FALLE

Vortrag – 22.10., 20 Uhr, Hörsaal 3, Uni Bonn Hauptgebäude – Mit Almut Schnerring und Sascha Verlan

In der Erwachsenenwelt kämpfen wir gegen ungleiche Bezahlung und gläserne Decke, gegen Care Gap und Alltagssexismus, für eine geschlechtergerechte Gesellschaft. Aber wie nachhaltig können diese Entwicklungen sein, wenn wir sie nicht hineintragen in die Kinderzimmer? Wie kommt es, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern heute wieder derart betont werden, dass Jungen und Mädchen täglich Botschaften über hübsche Glitzerprinzessinnen und coole Actionhelden mit auf den Weg bekommen? In der Spielwarenwelt werden Mädchen zunehmend auf Schönheit und Care-Arbeit reduziert, Lebensbereiche, aus denen Jungen ausgeschlossen werden: Puppenspiel und rosa Ü-Ei sind für sie tabu. Gendermarketing-FreundInnen schicken sie lieber in die Roboter-, Technik- und Actionwelten, denn „so sind sie eben“. Steinzeitliche und biologistische Argumente tragen dazu bei, dass Jungen bis heute mehr Taschengeld bekommen und Mädchen mehr im Haushalt helfen müssen. Doch Eltern und ErzieherInnen sind mehrheitlich davon überzeugt, Kinder „neutral“ zu erziehen.
Geht das überhaupt? Was können wir selbst dazu beitragen, dass die nächste Generation sich (wieder) freier und jenseits längst überholter Rollenklischees ausprobieren und entwickeln kann?

KAMPF UM FRAUENRECHTE IN EL SALVADOR

Vortrag – 05.10., 19 Uhr, Borromäus-Haus Hörsaal; Wittelsbacherring 7, 53115 Bonn – Mit Morena Herrera und Azucena Ortíz

Wie sehen die Lebenssituationen von Frauen in El Salvador aus? Wie weit ist die Emanzipation der Frauen in der salvadorianischen Gesellschaft gediehen – nach zwölf Jahren Bürgerkrieg, 20 Jahren ultrarechter ARENA-Regierung und sechs Jahren Links-Regierung der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN)?
Wir wollen nachfragen, was Frau-Sein in El Salvador heißt. Wie beschreiben Frauen ihre soziale, gesellschaftliche und ökonomische, aber auch rechtliche Situation? Können Selbstbewusstsein und politische Partizipation von Frauen
dem allgegenwärtigen Machismo und der Gewalt Paroli bieten? Wie gehen die Eliten in El Salvador mit „Frau“ im Parlament, im Justizsystem oder auch bei Straßenmobilisierungen um? Welchen Schwierigkeiten begegnen Kampagnen für reproduktive Selbstbestimmungsrechte? Wer verhindert die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbotes? Was edeuten feministische Kämpfe in der heutigen salvadorianischen Gesellschaft?
Im Rahmen der El Salvador-Rundreise sind dieses Jahr zwei Frauen eingeladen, die über die aktuelle Situation der Frauenrechte mit historischer Perspektive sprechen und diskutieren.

Vulva – die große Unbekannte

Vortrag – 02.06., 19 Uhr, Hörsaal 17 – mit Mithu Sanyal (Düsseldorf)

In unserer Kultur wachsen Kinder in dem Glauben auf, dass Jungen ein “herausragendes Symbol” (Freud) haben, nämlich einen Penis, während die Genitalien von Mädchen “nur eine Abwesenheit” (Lacan) bieten. Die Botschaft ist: Wenn du keinen Penis hast, hast du kein “echtes” Genital. Die Vulva wird als Loch, als Leerstelle und als Fehlen von etwas beschrieben, was unfassbar ist, wenn man sich dieses hochkomplexe Organ anschaut. Sogar der Name, den wir für sie verwenden – Vagina – bezeichnet medizinisch nur das “Loch”, also die Körperöffnung, die das sichtbare weibliche Genital, die Vulva, mit dem Muttermund etc. verbindet. In meinem Vortrag erzähle ich Geschichten aus der Kulturgeschichte der Vulva und stelle die Frage, was anhand des weiblichen Genitals alles verhandelt wurde. Denn die Vulva wurde nicht etwa übersehen, sondern mit gewaltiger Anstrengung zuerst diffamiert und daraufhin verleugnet bis zu der irrigen und irren Auffassung, sie sei nicht der Rede wert.

Vortrag: Transformation des Privaten im Zeitalter von Hartz IV und Elterngeld

Dienstag, 20. Januar um 20:00 (pünktlich!), Uni Bonn Hörsaal 3

Mit Andrea Trumann

Die Kleinfamilie galt für die bürgerliche Gesellschaft jahrhundertelang als schützenswertes Gut. Hier im Privaten sollte der Mann sich von der Arbeit, die der öffentlichen Sphäre zugerechnet wurde, erholen und die Kinder im harmonischen Familienverband aufwachsen. Zuständig für diese Aufgaben war die Frau, die, wenn es dem Ideal entsprach, von der Berufsarbeit befreit und vom Mann abhängig war. Dieses Ideal, nie vollkommen durchgesetzt, mag immer noch präsent sein, hat aber in den letzten Jahrzehnten einigen Wandel erfahren. Aktuell scheint das Modell der Ehe durch den Gesetzgeber vollkommen ausgehöhlt zu werden. Scheidungsgesetze, die den Unterhalt der Frau auf ein Minimum reduzieren, setzen eine staatliche Zwangsemanzipation der Frau in Gang, von der die Frauenbewegung kaum zu träumen wagte. Dies jedoch – zumal in Zeiten latenter oder manifester Wirtschaftskrisen – auf dem Rücken der Frauen, die dabei ihre Probleme oftmals, wie ehedem, nicht als politische, sondern als private erfahren.

Die Veranstaltung will darlegen, wie es sich mit dem Verhältnis von Privat und Öffentlich in der bürgerlichen Gesellschaft verhält und dass sich hierdurch und nicht durch Biologie das Verhältnis der Geschlechter ausdrückt. An aktuellen Beispielen wie dem Scheidungsrecht, Hartz IV und dem Elterngeld soll dargestellt werden, wie sich dieses Verhältnis verändert hat und was dies für Auswirkungen auf Frauen und Männer hat. Diskutiert werden soll auch, ob es sich bei den genannten Maßnahmen um eine präventive Krisenlösungsstrategie handelte, die geholfen hat, Deutschland in der gegenwärtigen Weltrezession als Gewinner erscheinen zu lassen.

Vortrag: Zum Androzentrismus der naturbeherrschenden Vernunft

Dienstag, 13. Januar um 19:00, Uni Bonn Hörsaal 17

Mit Johannes Bareuther

„Im 17. Jahrhundert entsteht mit der Mechanik Galileis und Newtons ein neuer Typus mathematisch-experimenteller Naturerkenntnis. Etwa zeitgleich erreichen die brutalen Hexenverfolgungen ihren Höhepunkt. Ausgehend von der Ahnung, dass zwischen beidem ein Zusammenhang besteht, von dem die Naturwissenschaft selbst nichts wissen möchte, entwickelt der Vortrag einige Überlegungen zur feministischen Kritik der Naturbeherrschung im Anschluss an Horkheimer und Adorno.“

Film & Vollversammlung

Am Donnerstag, dem 04.12., zeigen wir den Film „Sharayet – Eine Liebe in Teheran“

„Die beiden 16-jährigen Mädchen Shireen und Atafeh leben in Teheran und hadern mit dem ihnen zugedachten Schicksal, das traditionell islamische Frauenbild zu erfüllen. Einerseits geplagt von ständigem schlechten Gewissen vor der Familie und ihrer Religion, versuchen die beiden Freundinnen andererseits, ihre Jugend nach ihren Vorstellungen zu erleben und tauchen in die Partyszene der iranischen Metropole ein. Dort erfahren sie zum ersten Mal ein Gefühl der Freiheit und beginnen, mit Alkohol und Drogen zu experimentieren. Zugleich versucht Atafehs Bruder Mehran , ein tiefreligiöser, ehemaliger Junkie, Shireen zu isolieren und als Ehefrau zu erhalten. Den Konventionen einer streng islamischen Gesellschaft zum Trotz, entdecken die beiden Mädchen ihre Sexualität und schließlich ihre tiefe Zuneigung füreinander.
Inhaltswarnung: Der Film enthält Szenen von Gewaltsexualität/Vergewaltigung

Vor der Filmvorführung halten wir die vorgesehene Vollversammlung der Studentinnen ab. Dabei stellt das Referat für Frauen und Geschlechter-gerechtigkeit die Arbeit des vergangenen Jahres und aktuelle Probleme vor und hält die Wahl der Referentin ab. Wahlberechtigt sind alle Studentinnen. Autonome Referate im AStA (wie das Frauenreferat, das LBST-Referat, das AusländerInnen-Referat) werden jeweils durch ihre Vollversammlungen kontrolliert und gewählt.

Donnerstag, 04.12., 18:00 Uhr, Hörsaal 12, Uni-HG